Teleshopping 2009: Der US-Markt im Überblick

2009 war nicht nur für das deutsche Teleshopping ein voller Erfolg. Auch in den USA hat sich der Markt nach der Vorjahreskrise wieder erholt. Vor allem das Weihnachtsgeschäft trug mit starkem Wachstum zum positiven Abschluss des Jahres von QVC und HSN bei.

Branchenprimus QVC beherrscht nunmehr zwei Drittel des Marktes und lässt die Konkurrenz hinter sich.

Der Umsatzanteil der Webshops der Sender steigt weiter an. Vor allem das kleine ShopNBC legt hier kräftig zu. Eigene Online-Sortimente und die Kooperation mit Partnern (Handystore oder Schiffsreisen) sind hier die Wachstumstreiber.

Interessant ist immer noch der Vergleich der Durchschnittspreise der drei Sender. Während QVC und vor allem HSN moderat hochpreisiger werden, versucht ShopNBC das Image vom teueren Schmuck- und Uhrenhändler abzustreifen und mit günstigeren Haushalts- und Modeartikeln gerade für Neukunden attraktiv zu werden. Noch sind die Unterschied eklatant. Vor allem bei ShopNBC dürfte der Preis in diesem Jahr deutlich fallen.

Zusammengefasst war 2009 ein turbulentes Jahr, was in der Quartalsübersicht sehr deutlich wird.

Während QVC mit einem Kraftakt die Krise abschütteln musste, hat sich HSN recht “unfallfrei” durch das Tief gehangelt. Interessant auch der Umbau von ShopNBC, der seit Jahresmitte 2009 langsam zu greifen scheint.

Die Ergebnisse des 1. Quartals werden mit Spannung erwartet. Zum einen zeigen sie, ob der Weihnachtsrausch bei QVC und HSN ein Einmaleffekt war und zum anderen ob der Aufwärtstrend bei ShopNBC weitergeht oder stagniert.

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US-Shopping: Entertainment als Verkaufstreiber

Während hierzulande Teleshopping immer noch gerne belächelt wird, sind die beiden US-Teleshopper QVC und HSN längst im Mainstream angekommen.

Neuester Coup von Marktführer QVC: Ein Livegig mit Albumrelease von Teeniestar Justin Bieber. MTV meets Teleshopping. Nach einem halbstündigen Minikonzert gab´s einen kurzen Webcast auf QVC.com, bei dem via Twitter und Facebook Fragen gestellt werden konnten.

Neben dem Umsatz- (*siehe auch Update unten) ein durchschlagender Marketingerfolg: QVC war stundenlang auf Platz 1 der Twittercharts, auf der Facebook-Seite registrierten sich tausende neue Fans. Der Eintrag über Justin Bieber wurde alleine nach dem ersten Gig über 1200 Mal kommentiert – üblich sind zwischen 50 und 200 Kommentare. Bereits in den Tagen vorher gab es einen regelrechten Medienhype um die Show – mit Beiträgen angefangen in den unzähligen Fashionblogs, über MTV bis hin zur ehrwürdigen New York Times.

Alleine diese Aktion zeigt. Das US-Teleshopping hat das “Nischenklischee” abgestoßen. Ob Oscars oder New York Fashion Week. QVC ist vor Ort und inszeniert aufwendige Außenübertragungen.

Während in den Vorjahren eigene Events (Fashionweek, Founder´s Day) kreiert wurde, partizipiert man jetzt an landes- oder weltweiten Ereignissen, wie eben der Oscarverleihung, und schwimmt so in der Medienwelle um das jeweilige Großereignis mit.

Oder anders gesagt: Man greift das aktuelle Gossip-Thema in Medien und Gesellschaft auf und kurbelt so das eigene Geschäft an.

Konkurrent HSN steht dem in nichts nach und holt Stars wie Serena Williams oder Sean Combs (aka P.Diddy) vor die Kamera.

Teleshopping wird so zur Unterhaltungsshow, der Verkauf findet in solchen Programmen fast schon nebenbei statt.

“Entertaiment” ist 2010 das große Ding im amerikanischen Teleshopping.

Update: Laut Moderatorin (und grafischer Einblendung) wurden in den zwei halbstündigen Justin-Bieber-Shows an die 6000 Alben vorbestellt. Dies würde einem Umsatz von zwischen $120k und 160k entsprechen.

Zum Vergleich: Biebers erstes Album erreichte in den USA Platin-Status (> 1.000.000 verkaufte Stück).

Einen Ausschnitt der Biebershow auf QVC gibt es u.a. hier.

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2009: QVC Deutschland macht 674 Mio. und plant 2. Sender

QVC hat im vergangenen Geschäftsjahr 2009 ein Umsatzplus von drei Prozent auf 674 Millionen Euro erzielt, ein neuer Sender, der in diesem Jahr starten soll, ist bereits in Planung.

Mit einem Volumen von 674 Millionen Euro (im Vorjahr 654 Millionen Euro) und einer Umsatzsteigerung von rund 20 Millionen Euro oder drei Prozent liege der Marktanteil des Teleshopping-Unternehmens bei mehr als 50 Prozent des gesamten Branchenumsatzes. Das teilt QVC mit Verweis auf Basisdaten des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh) mit. Demnach lag der gesamte Branchenumsatz 2009 bei 1,3 Milliarden Euro.

Das EBITDA-Ergebnis von QVC stieg Unternehmensangaben zufolge um neun Prozent auf 116 Millionen Euro (im Vorjahr 106 Millionen Euro). Die Umsatzrentabilität habe sich damit von 16,2 Prozent im Vorjahr auf 17,0 Prozent erhöht.

CEO Ulrich Flatten:

“Wir sind mit dem Jahresergebnis 2009 sehr zufrieden und haben unsere Ziele erreicht. Unsere Veränderungen im Produktprogramm, insbesondere der Ausbau des Beauty-Sektors, aber auch die eCommerce-Aktivitäten zeigen deutliche Erfolg.”

Für 2010 kündigte Flatten den Start eines zweiten QVC-Shoppingsenders sowie ein weiteres Wachstum der Beauty- und eCommerce-Erlöse an: “Unser Ziel ist es, mittelfristig auf allen wesentlichen Kommunikationskanälen, Fernsehen, Internet und Mobil stark vertreten zu sein und uns als führender Multimedia-Versandhändler zu etablieren.” Der geplante zweite Sender solle sukzessive über Satellit und digitale Kabelnetze verbreitet werden und mit gezielten Themenshows vor allem das Stammpublikum ansprechen.

Im Jahresvergleich stiegen die Online-Umsätze laut Unternehmen um 23 Prozent auf 81,7 Millionen Euro (Vorjahr: 66,5 Millionen Euro). Der Umsatz-Anteil von eCommerce habe sich damit von zehn auf zwölf Prozent erhöht. Besonders stark vertreten sind dabei die Bereiche Beauty und Lifestyle mit Umsatzerlösen von 169,1 Millionen Euro (Vorjahr: 113,6 Millionen Euro), aber auch Home mit einem Netto-Gesamtumsatz von (335,7 Millionen Euro). Jeweils rund 13 Prozent entfielen QVC zufolge jeweils auf Schmuck (84,6 Millionen Euro) und Mode (84,4 Millionen Euro). Mittelfristig plane QVC einen Ausbau der eCommerce-Erlöse auf rund 30 Prozent am Gesamtumsatz.

Update: Seit heute sendet QVC als erster der drei deutschen Teleshoppingsender im Format 16:9.

(via Digitalfernsehen.de)

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Was eCommerce vom Teleshopping lernen kann (II)

In den letzten Monaten beschäftige ich mich zunehmend mit der Frage „Wie kann der Erfolg des Teleshoppings ins Web übertragen werden?“

Dazu muss man zunächst einmal feststellen, was den Erfolg eines Teleshopping-Formats überhaupt ausmacht. In Diskussionen über dieses Thema fällt oft der Satz: „Die Kernkompetenz der Shoppingsender ist doch das Bewegtbild“.

Ja – aber.

Entscheidend ist ja, was „im“ Bewegtbild passiert. Die Kernkompetenz einer Tageszeitung ist ja auch nicht das gedruckte Papier. Will sagen: Bewegtbild, also Fernsehen ist nur das Medium.

Also – was passiert im Bewegtbild, was passiert bei einer Teleshoppingsendung eigentlich?

Um diese Frage zu beantworten, muss man zunächst die Abläufe einer typischen Shoppingsendung betrachten.

Teleshopping ist (vor allem) dann erfolgreich, wenn es live ist. Warum? Der Moderator ist durch den berühmten „Knopf im Ohr“ mit der Regie verbunden. Hier werden – in Echtzeit – die Verkäufe und die Aktivitäten in den Callcentern überwacht. Sprich: Man sieht genau, wann die Zuschauer anrufen und noch wichtiger: warum sie anrufen.

QVC regie
(Foto: Copyright QVC Deutschland GmbH)

Also: Wenn ein bestimmtes Verkaufsargument besonders gut war und daraufhin mehr Zuschauer anrufen und bestellen, wird der Moderator genau dieses Argument wieder und wieder penetrieren.
Moderator und Crew gehen zu jedem Zeitpunkt der Sendung auf den Zuschauer ein.

Teleshopping ist also (inter)aktives Verkaufen.

Und genau das gilt es ins Netz zu übertragen. Bloß wie?
Es gibt unzählige Möglichkeiten – entscheidend ist immer die Interaktion mit dem User vor dem Bildschirm.

Ein Beispiel:

Der User sieht sich mehr als 30 Sekunden eine bestimmte Seite (ein bestimmtes Produkt an). Wegen der langen Verweildauer „erkennt“ der Webshop, dass hier ein gewisses Interesse für das Produkt vorhanden sein muss. Es gibt also zwei Möglichkeiten: Dem Kunden ist noch etwas unklar, oder es fehlt noch der richtige Trigger, der ihn/sie zum Kauf bewegt. Also poppt plötzlich ein Button auf wie „Können wir Ihnen helfen?“ – „Dürfen wir Ihnen ein Video zu diesem Produkt zeigen?“.

Oder es fehlt der Trigger – Button „Jetzt bestellen – nur xy auf Lager“ – oder „Bestellen Sie in den nächsten x Sekunden und sie erhalten x % Rabatt oder die Lieferung versandkostenfrei“.

Alternativ könnte man auch die Zahl der Kunden anzeigen, die sich im gleichen Augenblick das Produkt ansehen, verbunden mit der Info der verfügbaren Restmenge.

Möglichkeiten gibt es viele. Teleshopping nutzt viele Trigger, um eine Kaufimpuls auszulösen. Entscheidend ist, dass jeder Trigger nur eine Antwort auf das aktuelle Kauf/Anrufverhalten der Zuschauer ist.
Genau diese Denke fehlt bisher oftmals im eCommerce. Die Ware wird zwar angeboten, aktiv verkauft wird sie nicht.

Teleshopping ist Bewegtbild. Aber auf den Inhalt kommt es an. Und den gilt es zu analysieren.

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2009: QVC US legt wieder zu, QVC Deutschland wächst 3%

Libertymedia hat heute die Umsatzzahlen seiner QVC-Töchter für 2009 bekanntgegeben.

Dank eines umsatzstarken vierten Quartals konnte QVC US das Jahr mit einem leichten Plus abschließen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Umsätze in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar erzielt, die entspricht einem Plus von 2%. Vor allem das Weihnachtsgeschäft wirkte sich positiv aus: im 4. Quartal stieg der Umsatz um 13%.

2008 musste noch ein Minus von 6% im Vergleich zu 2007 verzeichnet werden.

Das operative Ergebnis EBITDA liegt bei 1,1 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 4%. Der Anteil von QVC.com am Gesamtumsatz lag bei 29% – im letzten Quartal erstmals über 30%. Grund hierfür dürften auch die diversen Online-Aktionen von QVC.com gewesen sein.

CEO Mike George betonte v.a. den Erfolg des letzten Quartals:

“QVC’s fourth quarter results are outstanding. We grew revenue and profitability at one of the highest rates in the last decade and are showing improving trends in all markets. The fourth quarter was the first quarter since Q1 of 2008 when every country posted positive revenue growth in local currency. (…)
In the fourth quarter we debuted our Isaac Mizrahi lifestyle brand along with several other leading brands and designers, and experienced the most successful Black Friday event in QVC history. QVC’s global market position will be further strengthened in 2010 with the launch of QVC Italy and the implementation of our technology makeover including our global eCommerce platform, customer relationship and call center management platform and our multi-media infrastructure.”

Auch für QVC Deutschland gibt es erste Zahlen:

Auf das Gesamtjahr gesehen wurde ein Umsatzwachstum von 3% erzielt, in Q4 stieg der Umsatz zum 8%.

Im vierten Quartal wurden in Deutschland 5% mehr Pakete verschickt als im Vorjahreszeitraum. Auf das Gesamtjahr gesehen nahm die Zahl der verschickten Sendungen allerdings um 1% ab. Der Durchschnittpreis stieg um rund 4%.

QVC UK legte um 2% zu (Q4: +6%), QVC Japan legte um 1% zu (Q4: +4%).

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Oplesch kauft Channel21 ganz

Wie das Hamburger Abendblatt heute (Dienstag) meldet, kauft der Hamburger Medienunternehmer Michael Oplesch jetzt auch die restlichen Anteile von Channel21.

In der kurzen Meldung heißt es:

Die Hamburger Beteiligungsgesellschaft Centuere übernimmt alle Anteile des Teleshopping-Senders Channel 21 von der Münchner Industrieholding Aurelius. Geschäftsführender Gesellschafter ist Michael Oplesch (einst bei MTV, Viva). Er will Channel 21 zu einem führenden und ertragsstarken Anbieter im Teleshopping-Markt aufbauen.

Bereits vor gut einer Woche hatte Oplesch in der “Neuen Presse” (Hannover) in einem Interview die Kaufabsichten bestätigt. Die Zeitung schrieb damals:

Oplesch tickt unternehmerisch – deshalb möchte er Channel21 am liebsten ganz übernehmen – natürlich schnell: “Ich denke, schon im nächsten halben Jahr.” Dafür sucht er noch Kapitalgeber, die Geld in seine Beteiligungsgesellschaft Centuere
einbringen.

Bereits zu Jahresbeginn hatte Oplesch 10% der Anteile an Channel21 übernommen – nun holt er sich den ganzen Sender und will ihn schnell zur Nummer 2 in Deutschland machen.

Michael Oplesch (54) will “innerhalb von zwölf Monaten” die HSE24 als Nummer zwei der Branche übertreffen. (…)
“Krise? Nicht im Teleshopping! Wer hier nur den Umsatz hält, macht was falsch”, sagt Oplesch. Der Januar sei der beste Monat seit Gründung 2001 gewesen: “Wir lagen zehn Prozent über Plan. Und der war 14 Prozent über dem des Vorjahrs.”

Mit mehr Markenbewußtsein und auch mehr Entertainment soll der Sender schnell profitabel werden. Derzeit würden drei bis fünf Millionen Euro in Studiotechnik und die Umstellung auf das Fernsehformat 16:9 investiert.

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Channel21 mit neuem Livechat

Channel21 bietet seinen Webkunden einen neuen Service. Im Webshop kann direkt mit einem “Online-Berater” gechattet werden.

Neu ist die Idee nicht – QVC hatte diese Funktion bereits vor Jahren auf der Website, sie aber nach einiger Zeit wieder eingestellt.
Update: Der Chat auf QVC.de ist doch nicht eingestellt. Er findet sich weiterhin auf der Seite, wenn auch etwas versteckt, nämlich hier.

Der Button zum Online-Chat ist auf nahezu jeder Seite zu finden. Die Online-Beratung dient vor allem dazu, Kunden weiterzuhelfen, die bestimmte Fragen zu Produkte haben oder einen bestimmten Artikel suchen.

Schön auch, dass man direkt ein Gesicht der Person sieht, mit der man sich “unterhält” – ein kleiner, aber wichtiger Faktor (“mehr Menschlichkeit”).

Ich habe den Chat ein paar Mal “getestet”. Meine – zum Teil nicht einfachen Fragen – wurden beantwortet, wenn auch nur zum Teil. Wichtig war dabei auch das Gefühl, ernst genommen zu werden. “Hey, da ist jemand, der mir wirklich weiterhelfen will”.

Leider wurde auch mehrfach versucht, mir direkt Produkte zu “empfehlen”, nach denen ich gar nicht gesucht habe. An anderer Stelle kam das hier:

c21-chat

Solche Angebote lösen leider schnell das Gefühl aus, dass die “Gegenseite” dann doch nur am Umsatz interessiert ist. Service rückt so schnell in den Hintergrund.

Vielleicht wäre es hilfreich, wenn man vor Eingabe der ersten Frage nach dem Grund seines Chatbesuchs gefragt würde: “Konkrete Frage” oder “Einfach mal beraten lassen”. Im letzteren Fall würde ich als Kunde ja signalisieren: “Ja, zeig mir Deine Angebote. Ich bin offen für Tipps”. Im ersten Fall dagegen sollte sich der Online-Berater eher auf das eigentliche Problem konzentrieren.

Ein Chat ist sicher eine gute, wenn auch sehr aufwendige Maßnahme, um Kunden noch mehr an seine Seite zu binden. Umsatz macht man damit primär nicht. Dafür kann die Kundenzufriedenheit steigen. Aber die ist leider nicht messbar. Zumindest nicht in Euro.

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Webcasts auf QVC.com – mehr Umsatz durch Kundennähe

Mit einem Live-Webcast auf seiner Website versucht QVC US heute am Groundhog-Day (“Murmeltiertag”) mehr Traffic und mehr Umsatz zu generieren.

Das Konzept ist einfach, aber effektiv. Moderator Dave James sitzt live vor einer Webcam im QVC-Studio und chattet mit den Zuschauern. Und das zwölf Stunden am Stück. Dabei kann man sowohl via Facebook als auch via Twitter mit James in Kontakt treten.

groundhog webcast

Der obligatorische Blick hinter die Kulissen oder der kurze Plausch mit der Studiocrew dürfen dabei nicht fehlen.

Neben dem Videofenster poppt automatisch das jeweilige Produkt auf, das aktuell nebenan live im TV verkauft wird.

Das Konzept könnte auch dieses Mal aufgehen. Bereits im November letzten Jahres hatte QVC sich zum ersten Mal an einer derartigen Webshow versucht. Der damals 24-stündige Webmarathon fand im Rahmen des “Black Fridays” statt, dem Start der US-amerikanischen Weihnachtsgeschenke-Saison. Dabei wurden alleine auf QVC.com Umsätze in Höhe von 13 Mio. US-Dollar erzielt – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Der direkte Kontakt mit dem Kunden ist es, der das Ganze so charmant macht. Denn Dave James antwortet im auf Anfragen, chattet mit den Zuschauern und gewährt so manch private Einblicke.

Die Distanz von Käufer und Verkäufer wird so spielerisch abgebaut. Auch so kann man im Web recht einfach emotionalisieren.

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Facelift für HSE24.de

HSE24 hat die Startseite seines Webangebots (www.hse24.de) einem Facelift unterzogen. Insgesamt ist die Startseite aufgeräumter und klarer strukturiert.

hse24neu

Größte Auffälligkeit: Die Aufteilung in vier Welten (Themen-, TV-, Special- und Schnäppchenwelt), die sich ursprünglich im Header noch über der eigentlichen Navigation befand, fällt komplett weg.

Dafür gibt es jetzt links die Bereich TV, Markenshops und Specials. Hier öffnen sich per Klick Drop-Down-Menüs mit weiteren Auswahlmöglichkeiten.

Statt einem einzigen “Thema des Tages” gibt es jetzt gleich drei Themenbereiche, die automatisch wechseln und so nicht nur auf einen Produktbereich fokussieren.

Auch tauchen wieder direkt Produkte auf der Startseite auf (vorher nur teilweise). Das “Angebot des Tages”, der “Jocker der Woche” und die derzeit im TV gezeigten Produkten werden direkt auf der Startseite angezeigt.

Insgesamt sorgt die einfachere Struktur dafür, dass man sich intuitiver zurecht findet. Weniger ist mehr.

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Der menschliche Faktor im eCommerce

Beim LiveShoppingDay 2010 in Berlin hatte ich diese Woche die Gelegenheit, zum Thema “Was kann Online vom TV lernen” zu sprechen. In Vorbereitung auf dieses Gespräch habe ich meine bisherigen Erfahrungen im Teleshopping einmal Revue passieren lassen.

Seit fast 8 Jahren steuere ich bei nun schon aus der Regie die TV-Verkaufsshows und versuche dabei, die Abverkäufe in Echtzeit zu optimieren. Dabei geht es schlußendlich immer um die Fragen: Warum – um alles in der Welt – greift der Zuschauer vor dem Bildschirm gerade zum Telefonhörer und bestellt? Was war der Auslöser – der Kaufimpuls? Und wie lässt sich da noch mehr rausholen?

Was habe ich in den vergangenen Jahren – in den ca. 7000-8000 Stunden “Liveshopping” – gelernt?

Klar: Teleshopping ist Emotion. Hört man ja immer wieder. Und es klingt ziemlich einfach. Aber was heißt das denn nun genau?

Zunächst einmal bedeutet es, dass es im TV-Verkauf nicht um das Produkt geht. Nicht primär. Was kauft denn der Kunde wirklich, wenn er sich seine vierte, fünfte, xte Bettwäsche bestellt oder sich wieder eine Bratpfanne holt, obwohl er schon zwei zu Hause hat?

Es geht um die Befriedigung eines Bedürfnisses. Kaufe ich eine Pfanne, weil ich eine Pfanne brauche (ja, vielleicht) oder weil ich bewußter leben, gesünder kochen oder einfach wieder ein paar Pfunde abspecken will? Denn genau das wird doch beim TV-Verkauf thematisiert.

Vielleicht sollte man wirklich mal bei einer Stunde Teleshopping mitstoppen. Wieviele Minuten wird wirklich konkret über das jeweilige Produkt gesprochen? Und wieviel wird geschwärmt, geträumt, werden Bedürfnisse geweckt?

Und online? Auch im Web geht es letztlich um die Bedürfnisweckung, eben durch die richtige Inszenierung des Produktes. Auch hier muss folglich die Grundfrage lauten: Was will der Kunde wirklich, wenn er mein Produkt in den Warenkorb legt? Welche Bedürfnisse werden befriedigt und wie kann ich diese überhaupt erst wecken? Es gibt ja auch Kunden, die gar nicht wissen, dass das eine oder andere Bedürfnis in ihnen schlummert.

Die Theorie klingt simpel, oder? Einfach mal online ein “Bedürfnis wecken” statt ein Produkt ordentlich darzustellen. Aber vielleicht ist es wirklich gar nicht mal so schwer.

Denn wie wird im Teleshopping in erster Linie die Emotion erzeugt? Oder besser: durch wen? Genau: Im TV ist es der Moderator. Der Mensch macht das Gefühl.

Sicher – auch gutes ansprechendes Design kann von sich aus Bedürfnisse wecken (Beispiele hierfür wären ASOS oder Distorted People, die ein “Ich will dazugehören” und “Ich will dabei sein”-Gefühl hervorrufen). Und auch die Nutzeransprache durch den Text kann Emotionen auslösen (Beispiele hier: Schutzgeld.de oder hipstery.com). Oft ist es sogar beides. Bild und Text.

Aber eine Person, ein Mensch ist immer noch der einfachste Weg, Bedürfnisse und Gefühle auszulösen. Denn der Mensch an sich ist Emotion.

Es muss also mehr “menscheln” im eCommerce. Vielleicht durch eine Bezugsperson, wie beispielsweise “Guido” bei Daydeal (www.daydeal.ch). Und wenn es nicht eine Person sein kann/soll, dann eben mehrere Menschen, die ich auf meiner Website versammle – eine Community. “Menschlichkeit” im eCommerce ist ein Faktor, der weitgehend unterschätzt wird.

Genau das ist es, was man vom Teleshopping lernen kann. Mit all den Versprechern, Pannen und manchmal vielleicht etwas skurillen Situationen. Teleshopping löst Bedürfnisse aus. Echt menschlich.

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An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Jochen Krisch und exciting commerce für die Möglichkeit, beim LiveShoppingDay sprechen zu dürfen. Danke auch allen, die ich vor Ort kennengelernt habe. Die Gespräche mit Ihnen/Euch haben mich sehr inspiriert und weitergebracht. Herzlichen Dank.

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